Die Geschichte des Landkreis-Gymnasiums

 

Von der höheren Bürgerschule zum Landkreis-Gymnasium

Die Erbauung des Gebäudes für die "Erste und höhere Bürgerschule" erfolgte in den Jahren 1892 bis 1894. Am 1. Oktober 1894 wurde das Gebäude in der damaligen Voigtstraße in Annaberg bezogen. Das neue Schulhaus enthielt damals in 3 Stockwerken: 27 Klassenzimmer, 2 Zimmer für Klassenvereinigungen, 1 großen Turnsaal, der zugleich als Festsaal verwendet wurde, 1 Zimmer für den Gesangsunterricht, 1 Zeichensaal, 1 Lehrerzimmer für den Unterricht in der Naturlehre, 1 Zimmer für den Unterricht der Oberklassen in den weiblichen Handarbeiten, 2 Lehrmittelzimmer, 1 Lehrer- und Konferenzzimmer mit der Handbibliothek zum sofortigen Nachschlagen, 1 Samariterwandschrank und eine geräumige Hausmannswohnung. Das Schulhaus wurde ferner mit meteorologischen Beobachtungsinstrumenten, einer Zentralheizanlage, einem Schulgarten mit einheimischen Obst- und Waldbäumen sowie mit einer Alpenpflanzanlage ausgestattet. Im Jahre 1897 wurden 179 Mädchen und 92 Knaben in den Klassenstufen 1 bis 8 unterrichtet. Die Wochenstundenzahl lag damals zwischen 18 und 32. Die Fremdsprachen Englisch und Französisch wurden zu dieser Zeit gelehrt. Im Jahr 1900 wurde von der Schulbehörde ein Schulgeld, welches sich nach dem Einkommen der Eltern richtete, erhoben. Eltern mit gehobenem Einkommen mussten bis zu 8 RM, Eltern mit einem kleinen Einkommen 0,30 RM pro Monat bezahlen. Im Jahre 1906 unterrichteten in der "Ersten Bürgerschule" 32 Lehrer und Lehrerinnen. Die Zahl der weiblichen Lehrer war mit 3 nur sehr klein und beschränkte sich auf die Handarbeitslehre. Im 2. Weltkrieg wurde das Gebäude in eine Unteroffiziers-Vorschule umgewandelt. Die Jungen wurden damals im Jahr 1942 mit 16 Jahren aus der Ausbildung entlassen und für den Krieg vorbereitet.

Im Jahr 1944 wurde die Unteroffiziersschule aufgelöst. Bis zum Kriegsende diente das Gebäude als Lazarett.

Nach Beendigung des Krieges belegte die Besatzungsmacht das Schulgebäude. Es wurde zur Kaserne. Im Jahr 1950 erfolgte eine Übertragung des Gebäudes an die sowjetische Verwaltung der SAG Wismut. 1953 wurde das Gebäude von den bisher darin stationierten sowjetischen Truppen geräumt. Der Bevölkerungszuwachs, der durch den Bergbau im Annaberger Raum entstand, machte die Schaffung von neuen Unterrichtsräumen drin­gend erforderlich. So wurden 62000 Mark für die Renovierung und Beschaffung von Ausstattungsgegenständen bereitgestellt. Der Unterricht begann am 1. September in der „Mittelschule 1“ Im „Verwaltungsbericht“ vom Januar 1955 an den Rat der Stadt Annaberg, Abteilung Volksbildung, schrieb der damalige Direktor: Im allgemeinen werden an unserer Schule die Lehrpläne erfüllt. Es ist jedoch zu bemerken, das z.T. eine formale Erfüllung vorgenommen wird. Die Anzahl der Sitzengebliebenen konnte im vergangenen Schuljahr von 10% auf 6,6 % verringert werden.Der Haushaltsplan wurde in den Hauptkonten restlos erfüllt. Bei Konto 752 (Instandhaltung) reichte der Betrag nicht aus, so dass dieses Konto überzogen werden musste. Es handelte sich in der Hauptsache um Reparaturarbeiten, die unbedingt zur Aufrechterhaltung des Unterrichts ausgeführt werden mussten. Das Gebäude wurde zwar gesäubert übernommen, ohne dass jedoch Schäden in den verschiedenen Räumen festgestellt wurden. Deshalb ist es notwendig, das Gebäude erst einmal in Ordnung bringen zu lassen.“

1981 beschloss die damalige SED-Kreisleitung, die Schule in „Franz-Bartl-Oberschule“ umzubenennen.

Nach der Wende hatte die Schule kurzzeitig den Namen „Oberschule I“. Der Ansturm der Schüler auf eine Abiturausbildung war so groß, dass weitere Oberschulen geschaffen werden mussten. Zwei Jahre nach der Wiedervereinigung übernahm der Landkreis die Trägerschaft der Schule.

Im Jahre 1992 wurde die Einrichtung in „Landkreis-Gymnasium Annaberg“ umbenannt und erhielt nach der 1. Schulnetzplanung durch das sächsische Kultusministerium und den Landkreis Annaberg den Status Gymnasium verliehen.

Recherchen im Stadtarchiv, Kriegschronik von Susann Kupfer und Susann Hauschild

 

Das Landkreis-Gymnasium Annaberg - heute

Das Landkreis Gymnasium hat sich in den letzten Jahren zu einer anerkannten und von vielen Eltern angenommenen gymnasialen Einrichtung entwickelt. Die inhaltliche Gestaltung der Arbeit des Unterrichtes sowie viele außerschulische Aktivitäten führten zu einer zunehmenden Akzeptanz der Einrichtung. Schon beim Betreten des Hauses, spürt man, dass hier Lehrer gerne lehren und Schüler gerne lernen. Es gibt helle und breite Korridore, die mit viel Liebe von den Schülern und unseren beiden Kunsterzieherinnen, Frau Ehrlich und Frau Heß gestaltet werden. Der Landkreis Annaberg als Schulträger brachte auch in den letzten Jahren die Verbesserungen der Lernbedingungen an der Schule voran.

An den regelmäßig stattfindenden „Tagen der offenen Tür“ finden sich viele Eltern ein, um sich über die Schule zu informieren und vielleicht die Entscheidung zu treffen, ihr Kind an unserer Schule anzumelden. An diesen Tagen, die durch Schüler und Lehrer sehr gut vorbereitet werden, werden die Lernbedingungen einerseits, aber auch viele Inhalte, die für Eltern und Kinder wichtig sind, vorgestellt.

Der Kreistag beschloss in einer Sitzung im Sommer 1996, dass das Landkreis- Gymnasium im nächsten Jahrzehnt weitergefördert wird und sicherte somit die Existenz der Schule.

Mit dem Schuljahr 2005/2006 erfolgte wegen des generellen Schülerrückganges eine Fusion des Landkreis-Gymnasiums mit dem St. Annen Gymnasium. Die Schüler der Klassenstufen 5 bis 10 wurden im Haus 1 (Pestalozzistr. 9) und die Schüler der Jahrgangsstufen 11 und 12 im Haus 2 (Münzgasse) unterrichtet. Im Herbst 2006 begannt die Modernisierung des bestehenden Baubestandes im Haus 1, und im Frühjahr 2007 erfolgt ein Neubau/ Anbau von Fachunterrichtsäumen für den naturwissenschaftlichen und künstlerischen Bereich nach modernsten Richtlinien. Weiterhin erhielten wir einer Aula und einer neue Turnhalle.

Im Spiegel der Presse

Chronik